PROJEKTE | BAUEN IM BESTAND

Schloss, Wittenberg

Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um den Umbau des historischen Stadtschlosses in der Lutherstadt Wittenberg zu einem Predigerseminar mit Forschungsbibliothek. Bei dem viergeschossigen vollunterkellerten Schloss wurde ein neues Dachgeschoss mit hofartigen Dachgärten innerhalb der bestehenden Umfassungswände errichtet. Neue Eingänge, zwei neue Treppenhäuser aus Stahlbeton als Fluchtwege und ein Zugang zur Lutherkirche, die an das Schloss angrenzt, gehörten zum Maßnahmenkatalog.

Das Gebäude ist ein sehr massiv ausgebildeter Mauerwerksbau mit gewölbten Kappendecken über dem Kellergeschoss und dem 2. Obergeschoss und Holzbalkendecken mit hölzernen Unterzügen und Holzstützen im Erd- und 1. Obergeschoss. Die Kappendecken über dem 2. Obergeschoss sind extrem stark, damit sie die ehemals ca. 2,5 m dicke, als Kanonenschutz aufgebrachte Erdaufschüttung auf dem Dach aufzunehmen konnten.

In den über 2 m dicken Mauerwerksschotten mussten neue Wanddurchbrüche durch Stahlträgerstürze abgefangen werden. Zur Erstellung der neuen Wandöffnungen wurden mittels Kernbohrungen eine kreuzweise angeordnete Trägerschar eingebracht. Die Wandöffnungen konnten danach im Sägeschnittverfahren ausgeführt und das Mauerwerk herausgebrochen werden.

Alle tragenden und aussteifenden Massivbauteile wurden für den Brandschutz feuerbeständig (F90-A) ausgebildet. Die vorhandenen Gussstützen sind mit Brandschutzanstrichen für F-60 versehen, die Holzbauteile der Decken und die Holzstützen sind für F-60 bemessen bzw. ausgelegt und deren Stahlverstärkungen mit Brandschutzanstrichen für F-60 versehen. Bereiche mit Holzbauteilen sind zusätzlich durch eine Brandmeldeanlage geschützt, Bereiche mit wertvollsten Büchern durch eine Sprinklerung / Bedampfungsanlage.

Bauherr Lutherstadt Wittenberg
Architekt Bruno Fioretti Marquez
Gesamtbaukosten 17,1 Mio. Euro
BGF 9.590 m2
Planung + Ausführung 2012 – 2016
Leistungsumfang IFB LP 1-6 + LP 8
Auszeichnungen Deutscher Architekturpreis 2019
Architekturpreis 2019 des Landes Sachsen-Anhalt 
Deutscher Städtebaupreis 2018